Wann kaufe ich den 1. Schuh?

Schuhe machen vor allem eines: sie bieten Schutz vor Kälte, Nässe und Verletzung. Was ein Schuh nicht leistet: weder lehrt noch fördert er das Laufen. Das bedeutet, gesunde Kinderfüße benötigen keine Schuhe, um sich zu entwickeln. Das Beste für einen gesunden (auch erwachsenen) Fuß ist Barfußlaufen oder was dem am nächsten kommt (Socken, Lederpuschen). Übrigens: aus diesem Grund benötigen Kinderfüße auch kein Fußbett im Schuh!

 

 

Der häufig verwendete Begriff des Lauflerners ist fehl am Platz. Erstlingsschuh trifft es viel besser, wenn Kinder ihren ersten Schuh bekommen. Doch wann ist dafür der richtige Zeitpunkt?

 

Die Antwort darauf ist zunächst einfach: später als gedacht!

 

Kinder sollten ihre Füße zunächst einmal trainieren. Empfehlenswert ist es mit dem ersten Schuh zu starten, wenn das Kind 2-6 Wochen alleine, ohne zu wanken und selbstständig laufen kann. Hierbei handelt es sich um einen Richtwert.

 

 

Persönliche Aktivitäten und Witterungsbedingungen sollten in die Überlegung  auf jeden Fall miteinbezogen werden. So bekommen etwa Kita-Kinder tendenziell eher feste Schuhe und solche, die im tiefsten Winter zu laufen beginnen. 

Kinder durchlaufen viele verschiedene Phasen, bis sie ihre Gangart gefunden haben, bis der Fuß mit all seinen Knöchelchen, Sehnen, Muskeln und Bändern voll ausgebildet ist. Jede Phase ist typisch und charakteristisch. Komische Füße oder Fußstellungen gibt es in der Regel nicht. Sie sind Ausdruck des natürlichen Entwicklungsprozesses.

 

Rund 90% aller Kinder kommen mit gesunden Füßen zur Welt. Damit das so bleibt, sollten Eltern auf gut passendes Schuhwerk achten. Kinderfüße sind äußerst empfindlich, weich und formbar. Deshalb „passen“ sie auch so gut in zu kurze Schuhe.

 

Kinder selbst merken nicht, wenn ihre Schuhe zu klein geworden sind. Zum einen wachsen sie nach und nach in ihre Schuhe hinein und empfinden sie als normal, zum anderen ist das sensitive Empfinden bei Kindern noch nicht so ausgeprägt wie bei Erwachsenen.

 

Das ist auch der Grund, warum Kinder mit "Entenfüßen" herumlaufen und den linken/rechten Schuh vertauschen. Weder fühlen sie es, noch sind sie in so jungen Jahren in der Lage es optisch wahrzunehmen.

 

Empfehlenswert sind Schuhe aus besonders weichen Materialien, die dem Fuß nach vorne Spielraum lassen und die Zehen nicht einengen. Darüber hinaus soll ein Schuh auch gut am Fuß selbst sitzen. D.h., ein Schuh sollte weder zu lang noch zu weit sein. Beginnende Vorfußschäden können daher das Ergebnis nicht passender Schuhe sein.

 

 

Die verschiedenen Phasen des Laufenlernens

 

Sich hochziehen

Ihr Kind beginnt sich an Möbeln und Gegenständen hochzuziehen. Es ist unruhiger im Kinderwagen, will raus und seinen Bewegungshorizont erweitern. In dieser Phase sind Schuhe erst dann notwendig, wenn Sie die Füße Ihres Kindes schützen müssen. Etwa vor Kälte oder Nässe. Barfuß, Socken, weiche Lederpuschen/Krabbelschuhe (z.B. von Pantolinos) oder Prewalker mit ganz dünnen Gummisohlen (z.B. von Froddo) sind hier eine ideale Lösung für die ersten zarten Steh- und Gehversuche.

 

 

Laufen I

Ihr Kind läuft seit 2-3 Wochen selbstständig und alleine. Der Aktionsradius Ihres Kindes wird langsam größer. Es läuft auf unterschiedlichen Untergründen, auch draußen. Nun kann, je nach Aktivität und Witterung, der Zeitpunkt für einen ersten Schuh gekommen sein. Er sollte sehr weiche Sohlen haben und sich gut an den Fuß anpassen. Empfehlenswert ist ein Schnürer.

Der Schuh sollte so gewählt werden, dass für den Fuß mind. 8-10mm Raum (Schub- und Zuwachsraum) im Vorderschuhbereich bleibt (bei einem größeren Spielraum >10mm besteht Stolpergefahr).

 

 

Laufen II

Ihr Kind versteht es immer besser zu laufen. Erste Kletterversuche kommen hinzu, es beginnt nun auch schon mal eine schnellere Gangart einzulegen. Der kindliche Fuß hat begonnen Muskulatur aufzubauen. Ihr Kind krallt die Zehen nicht mehr so sehr wie früher. Es läuft und steht sicher ohne zu wanken. Ihr Kind ist nun in der Lage eine etwas festere Sohle zu biegen.

Der Schuh sollte nun mind. 12mm Raum im Vorderschuhbereich bieten, besser noch 15mm. Dieser zusätzliche Raum im Schuh gewährleistet, dass der Schuh nicht nur länger passt. Vor allem wird hier der Dynamik des Gehens und Laufens Rechnung getragen. Denn ein Fuß wird beim Belasten länger, also beim Gehen, Springen, Hüpfen.

 

 

Laufen III

Ihr Kind ist ein sicherer und geübter Läufer geworden und kein Platz ist sicher vor ihm. Je nach Aktivität und Anlass sollte der Schuh nun ausgesucht werden.